Und damit haben wir auch die große Herausforderung, der wir uns im Leben unweigerlich stellen müssen entdeckt: wie kann ich eine neue Bindung eingehen z.B. mit einem Partner/einer Partnerin, ohne alte Regeln - besser: "mein Gewissen" - zu verletzen? Denn unweigerlich nehme ich auch dessen/deren Familie, deren Regeln, deren Gewissen wahr und auch an.

So kann es sein, dass der Schritt, aus der Ursprungsfamilie heraus zu gehen, nicht gewagt wird, da man loyal bleiben möchte. Aus Angst, die Zugehörigkeit verlieren zu können. Dies widerspricht dem Fluss des Lebens, denn ein neues System, eine neue Partnerschaft und somit Familie hat immer Vorrang. Dies gelingt umso mehr, wenn ich meine Herkunftsfamilie achte - so hat die Liebe eine gute Basis.

Sühne - ein großes Wort, dass schon die Kleinsten in der Familie in sich tragen können. Weshalb nur? Meist in der Hoffnung, dass es jemandem in meiner Familie besser geht, jemand gesehen und integriert wird, oder einfach aus Liebe. Getreu dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid. Oder?
Dieser kindliche Wunsch zeigt sich oft dramatisch in Familiendynamiken und mittels Aufstellungen kann man hier Kinder aus diesem Sog, den Großen etwas abnehmen zu wollen, befreien.

Die Liebe ist wie ein Fluss - sie ließt von oben nach unten, von den Großen zu den Kleinen. So stärkt sie das Leben, denn: das Leben ist ein Geschenk - man kann es gar nicht verdienen.
Und wenn wir nun noch weiter blicken, mag sich die Einteilung von "Gut" und "Böse" in gewisser Weise erübrigen, wenn wir erkennen, dass:
• wir eingebunden und verstrickt sind und daraus handeln
• es hilft, den Blick nach hinten zu wagen (Übung: ich stelle mir einen Menschen vor, seine Eltern dahinter, die Großeltern dahinter, ... wie wirkt der Mensch nun auf mich?)
• jeder dazu gehören darf - so wie er ist
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